„Bisheriger Höhepunkt der Zerstörung und Hinrichtung der Alpen“

Mit diesem Satz beschrieb der Chef des Bund Naturschutz (BN), Hubert Weiger, das in Planung genommene Bauprojekt für das Skigebiet am Sudelfeld über Bayrischzell. Laut Ausbauplan soll in diesem Gebiet ein Speichersee errichtet und insgesamt 250 Schneekanonen installiert werden. Dieses millionenteure Vorhaben, geschätzt auf rund 45 Millionen Euro, würde im bayrischen Alpenraum das bisher größte darstellen, in dem extra für den Speichersee ungefähr 90 000 Kubikmeter Erdreich mit 3,2 Hektar Fläche ausgehoben werden sollten und etwa 17 Kilometer Leitungen verlegt werden. Dieses Konzept stößt natürlich beim Bund Naturschutz (BN) und beim Deutschen Alpenverein (DAV) auf großen Widerspruch und Empörung, die daraufhin sofortige Klage eingereicht haben. Weiteres Entsetzen bei Herbert Weiger und Co. trat auf, als bekannt wurde, dass der Freistaat Bayern einen Zuschuss zwischen 13 bis 16 Millionen an Steuergeldern für das Bauprojekt bereitstellen will, mit der Begründung der Landtagsmehrheit zur Zuschuss-Zusage, dass dieses Vorhaben im öffentlichen Interesse stehe. Weiger daraufhin, dass es eine massive Unterstützung für die Zerstörung der Natur im größten Ausmaß sei und der Grund, dass dieses Vorhaben im öffentlichen Interesse liegt, kann nicht nachvollzogen werden, denn sonst würde ja die Zerstörung der Alpen ebenfalls im „öffentlichen Interesse“ liegen. Weiterer Streitpunkt ist mit Sicherheit, dass der Umweltschutz laut Gesetz Verfassungsrang besitzt.
Ziel des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist, mit der Klageeinreichung ein klares Zeichen zu setzen, ein Zeichen gegen umweltschädlichen, teuren und kurzfristigen Aktionismus, so DAV Vizepräsident Phillip Sausmikat.