Der Grünten – Der Wächter des Allgäus

Der Grünten im Oberallgäu ist nicht der höchste oder der bekannteste Berg, aber er hat einiges zu bieten was ihn einzigartig macht. Jedem Wanderer und Urlauber im Allgäu können wir ihn nur wärmstens ans Herz legen, er ist in jedem Fall eine Tour wert.

Wer die Natur liebt, der wird sich auch zu jeder Jahreszeit im Freien bewegen. Berge bieten dafür einen fast idealen Ausgangspunkt. Interessante Beobachtungen und Empfindungen werden dem Wanderer begegnen und lassen derartige Spaziergänge in der Natur jedes Mal zu einem Erlebnis werden. Man stelle sich die Nebelschwaden vor, die am Morgen oder nach einem Gewitterregen aufsteigen. Mit etwas Phantasie kann man sich ins Reich der Elfen und Kobolde versetzt fühlen. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum der „Wächter des Allgäus“, der Berg Grünten, bei den Wanderern so beliebt ist.

 

Lage und Objekte auf dem „Wächters des Allgäus“

Der Grünten ist der erste Berg der Allgäuer Alpenkette und seine Höhe wird mit 1738 Metern angegeben. Er kann nicht übersehen werden denn er erhebt sich unmittelbar in der Landschaft, als hätte ein Riese sein Spielzeug verloren. Auf einer sagenhaften Breite von ungefähr fünf Kilometern erhebt er sich inmitten grüner Weiden. Seine Lage kann man so beschreiben, dass er ungefähr 5,5 km nordöstlich Sonthofens liegt und an die Orte Burgberg und Rettenberg angrenzt. Die Täler der Iller und der Starzlach liegen zu Füßen des Berges, der sich in seiner Breite von Kranzegg bis Burgberg durch das Oberallgäu zieht. Schaut man von der südwestlichen Seite auf den Grünten, dann kann man auf der linken Bergseite einen markanten Zacken aufragen sehen, das Burgberger Hörnle. Auf dem Hauptgipfel, dem Übelhorn, sieht man aber noch zwei weitere erhabene Bauwerke, die die Natur nicht geschaffen hat. Zum einen handelt es sich um ein Denkmal, das 1924 für gefallene Gebirgsjäger errichtet wurde. Zum Anderen steht unweit des Denkmals der 92 Meter hohe Sendeturm des Bayerischen Rundfunks, der im Jahr 1951 errichtet wurde. Aber auch andere Bauwerke befinden sich auf dem Grünten. Wenn man den nordwestlichen Wanderweg benutzt, erreicht man von Kranzegg aus die Alpe Kammeregg, die schon in 1200 m Höhe liegt, aber neben dem Wanderweg auch über eine Mautstraße zu erreichen ist. Hier bietet man den Besucher gute Übernachtungsmöglichkeiten und das sogar ganzjährig. Wer weiter hinauf möchte, der kann einen etwa einstündigen Fußmarsch unternehmen und zur bewirteten Grüntenhütte aufbrechen. Der Weg ist aber nicht mehr so einfach, den Fels wechselt sich mit Schotter ab. Erreicht man die Grüntenhütte, dann kann man hier gut essen und trinken und auch übernachten. Und das über das ganze Jahr hinweg. Wenn es Winter ist, dann liegen beide Hütten im beliebten Skigebiet Grüntenlifte.

 

Geschichte des Grünten

Der Grünten besitzt auch eine eigene Geschichte, denn es ist überliefert, dass sich hier am Berge der Mittelalterliche Tourismus schon gebildet hat. Einheimische und Besucher bestiegen schon im Mittelalter den Berg. Prominenter Gast soll der Kaiser Maximilian I. sein, der den Berg Anfang des 16. Jahrhunderts bezwungen hat.

Auch der Augsburger Fürstbischof Clemens Wenzeslaus nahm die “Tortour” auf sich, indem er sich 1773 von 56 einheimischen Bauern auf den Gipfel tragen ließ, natürlich in einem bequem gepolsterten Tragesessel. Das war der Anfang des Tourismus. Dazu muss man auch erwähnen, dass die Grüntenhütte das erste Hotel der Allgäuer Alpen war. Es wurde 1852 von Carl Hirnbein errichtet. Aber nicht nur der Tourismus machte den Grünten bekannt, sondern der Bergbau. Durch die Faltung der Alpen lagen mächtige Erzadern sichtbar am Berg und konnten von oben her abgebaut werden. Später trieb man Stollen in den Berg, um den Erzbergbau voranzutreiben. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1471, indem von Kaiser Friedrich dem Grafen von Montfort die Schürfrechte erteilt wurden. Den Höhepunkt des Erzabbaus erlebte der Grünten ab 1802 und wurde bis ins 20. Jahrhundert noch fortgesetzt. Nach der Einstellung des Erzabbaus wurden die Stollen wegen Einsturzgefahr gesperrt. Seit 2006 kann man aber mehrere Schaustollen besuchen, ebenso wie die Erzgruben-Erlebniswelt. Durch die Stollen werden die Besucher geführt, wo man auch Fragen zu dem Museumsdorf stellen kann.

 

Wandern auf dem Grünten

Der Grünten ist zum Wandern sehr gut erschlossen, denn es gibt mehrere begehbare Wanderrouten die zum Gipfel führen. Es gibt leichtere Wege, bis hin zum schwierigen Aufstieg über das Burgberger Hörnle. Der Weg ab der Grüntenhütte bis hinauf zum Gipfel geht steil hinauf, über Felsengestein und ausgewaschene Wege, die bei Regenwetter nicht zu empfehlen sind. Um den Gipfel zu erreichen, sollte man sehr trittsicher und schwindelfrei sein. Das letzte Stück ist extra gesichert und mit einer Treppe und mit Ketten zum Festhalten ausgebaut. Und wer schließlich den Gipfel erreicht hat, der wird mit einer herrlichen Sicht belohnt. Sie erstreckt sich über die Allgäuer Landschaft bis hin zur Zugspitze und den Hochalpen.